130 Jahre CVJM Posaunenchor in Witten

 

1880 - Heute

Das ist eine lange Zeit. Eine sehr lange. Mit vielen Ereignissen und eindrucksvollen Veranstaltungen und

Erlebnissen. Das ist ein Kommen und Gehen von Menschen. Das ist Engagement von Chorleitern, Bläsern

und Bläserinnen. Das ist erlebte Gemeinschaft im Chor, mit anderen Chören, mit der Gemeinde. Das sind

Erlebnisse mit Menschen, die auf unser Choralspiel gewartet haben. Das ist aber auch eine Zeit mit

Einflüssen von außen durch wirtschaftliche, politische und ideologische Veränderung. Wir haben die Geschichte

des Chores nachfolgend aufgeschrieben und um einige Anmerkungen und Ereignisse ergänzt.

   

   
1863
Am 29. November ist Gründungsversammlung des "Evangelischen Jünglings-und Männervereins" Witten durch Pastor Friedrich König und einer kleinen Gruppe junger Männer.
 
Witten hat 9000 Einwohner.
 
   
 
1880
Erster urkundlicher Hinweis auf einen Posaunenchor des "Evangelischen Jünglings- und Männervereins". Der Name des ersten Chorleiters ist nicht bekannt.
 
 
   
1884
Zitat aus dem Protokoll einer Vorstandssitzung vom 26. April "Vereinsmitglieder 135. Davon im Posaunenchor 14 Mitglieder.
Die Übungsstunden sind dienstags und samstags."
 
Das Vereinshaus befand sich auf der Ecke Brüderstraße /Wideystraße (früher Capitol Kino).
 
 
   
1902
Am 11. Mai ist Einweihung des Gemeindehauses unserer Kirchengemeinde in der Augustastraße Nr. 23.
 
 
   
 1918
Der Posaunenchor hat 12 Bläser. Chorleiter ist Diakon Franz Krüger.
 
 
   
1923
Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen. Das Gemeindehaus wird von Ihnen beschlagnahmt. Die Vereinsarbeit ist erheblich eingeschränkt.
 
 
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1930
 
Pfarrer Johannes Busch kommt nach Witten. Chorleiter ist Justus Baumeister.
 
Witten hat 73.400 Einwohner. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage wird die Arbeitslosigkeit immer größer.
 
 
   
1933
Am 30. Januar übernimmt Adolf Hitler die Macht. Deutschland jubelt. Jetzt gibt es Arbeit und Brot.
Die christliche Vereinsarbeit leidet aber unter der neuen politischen Entwicklung.
Trotzdem, am 03. Dezember feiert der Verein sein 70. Jahresfest. Der Tag beginnt um 06:00 Uhr mit Singen und Blasen von Adventsliedern. Es ist bitterkalt. Mit der Zeit gefrieren die Lippen der Bläser an den Mundstücken. Die Ventile lassen sich nicht mehr bewegen. In der Backstube der Bäckerei Haas in der Wideystraße werden die Ventile der Instrumente wieder aufgetaut.
 
 
   
1934
Von der Gestapo werden alle Jugendgruppen verboten und zur Eingliederung in die Hitlerjugend "HJ" verpflichtet. Der Posaunenchor muss aus dem Verein ausgegliedert und der Reichsmusikkammer zugeführt werden.
Pfarrer Busch wird das Betreten der Kirchen verboten. Gottesdienste finden daraufhin im städtischen Saalbau am Voßschen Garten statt.
 
 
   
1940
Es herrscht Krieg. Die Kreise im Verein werden immer kleiner. Fast alle dienstfähigen Männer sind zur Wehrmacht eingezogen.  

 
   
1945
Witten ist eine Stadt der Trümmer. Häuser und Kirchen sind zerstört. Die Menschen haben wenig zu essen. Gottesdienste finden in der Turnhalle des Schillergymnasiums statt. Die Sitzbänke aus der Gedächtniskirche konnten gerettet werden. 
 
 
Die Leitung des Posaunenchores übernimmt Arthur Otto. Mit viel Mühe beginnt der Aufbau des Chores, die Beschaffung von Instrumenten und Notenmaterial. 

 

 

 
 1949  
1949
Am 15. Mai zieht die Gemeinde in einem feierlichen Umzug vom Schillergymnasium in das teilweise wieder aufgebaute Gemeindehaus Augustastraße. Der Posaunenchor mit ca. 20 Bläsern marschiert vorweg.  
 
 1958  
1958
Erich Huber wird Chorleiter.
Der Dienst des Posaunenchores wird vielseitig. Mitwirken im Gottesdienst, Blasen im Krankenhaus und Altersheim, Kurrendeblasen an allen 4 Adventssonntagen, Weihnachtsblasen im Schwesternpark des Diakonissenhauses (ev. Krankenhaus), Silvesterblasen am 31. Dezember auf dem Rathausturm.
 
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1968
Rolf Goldschmidt übernimmt die Chorleitung.
Es beginnt eine Zeit, in der das Blasen nicht mehr ausschließlich die Angelegenheit von Männern und Jungen ist. Immer mehr Mädchen lernen das Spielen auf der Trompete und dem Tenorhorn.
Neben den vielen Standarddiensten erarbeitet der Chor Bläserstücke für Posaunenfeierstunden und Posaunengottesdiensten zu Karfreitag, Ostern, Weihnachten und geistlichen Abendmusiken.
 
Witten wird 1975 Großstadt und zählt 109.554 Einwohner.
 
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1980
Der Posaunenchor feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einer Feierstunde am 02. November in der Johanniskirche. Der Chor besteht aus 17 Bläsern und 2 Bläserinnen.
 
 
 1982  
1982
Die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Hattingen-Witten feiern am 24. Oktober "400 Jahre Reformation". Dazu findet eine Feierstunde im Saalbau statt, an der Singe- und Posaunenchöre teilnehmen. Die Posaunenchöre sitzen im Orchestergraben. Nach dem Gottesdienst spielen die Posaunenchöre Choräle auf dem Vorplatz.
 
 
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1989
Die Chorleitung übernimmt Werner Schulte.
In gewohnter Weise und mit einem guten Bläserteam wird die Chorarbeit mit den vielen verschiedenen Diensten fortgesetzt. Neben den wöchentlichen Chorstunden gestaltet der Chor ca. 50-60 musikalische Einsätze pro Jahr. In unserem Chor spielen 7 Bläser und 2 Bläserinnen.
Am 9. November fällt die Berliner Mauer.
 
 
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1993
Der Posaunenchor geht auf Reisen. Er fährt zum ersten Mal übers Wochenende mit Herrn Ganter in die ehemalige DDR nach Schackstedt (nahe Halle). 8 weitere Besuche folgen.
Auch das Durchgangslager Unna-Massen wird angesteuert. Durch Spielen im Lager und persönliche Einladung füllt sich der Kirchraum zur Abendmusik bis auf den letzten Platz.
 
 
 
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1999
Die Johanniskirchengemeinde nimmt im Rahmen eines Gemeindefestes am 11. und 12. September Abschied vom Gemeindehaus Augustastraße 23.
Mit einem Umzug zieht die Gemeinde über die Hauptstraße zur Konrad-Adenauer-Straße. Der Posaunenchor sitzt in einem offenen Lastwagen und führt den Zug an. Er spielt: "Time to say goodbye!".
Am 26. Juli 2003 wird das Johanniszentrum eingeweiht.
 
 
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2004
Sigurd Raffling wird Chorleiter.
Mit neuem Schwung und kreativen Ideen werden Anfänger intensiv geworben. Es bilden sich kleine Anfängergruppen von 3-4 Jungen und Mädchen ab 8 Jahren. Sie erhalten den Namen "Greenhorns". Mit dem Erfolg bei den Kindern greifen auch einige Eltern zur Trompete oder Posaune.
Die Bläsertage mit dem Komponisten Traugott Fünfgeld bei der SELK und der Posaunentag in Leipzig mit 16.000 Bläsern sind für den Chor überwältigende Erlebnisse.
 
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2010
Am 11. September versammelt sich der Chor zu einem Bläsertag im Westfalenpark Dortmund mit altgedienten Bläsern, Jungbläsern und Anfängern. Eine stattliche Zahl von 30 Bläsern ist versammelt. Der Chor hat einen halbstündigen Auftritt im Park.
Inzwischen ist der weibliche Anteil auf 12 gestiegen.
 
   
2011
Im Hauptchor spielen 23 Bläser/innen und bei den "Greenhorns sind es 18. Am 18. September feiert der Chor unter dem Motto "mit langem Atem" sein 130 jähriges Bestehen nach. Ein Dämmerschoppen und ein Gemeindefest werden ausgerichtet.
 
 
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2012
Der Posaunenchor ist beim ersten Tauffest an der Ruhr mittendrin statt nur dabei und musiziert im September bei einer Fahrt auf der Schwalbe frei nach dem Motto "Blech schwimmt oben". Die Greenhorns werden erfolgreich in den Hauptchor integriert.
 
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2013
Am 02. Juni wird Sigurd Raffling im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes als Chorleiter verabschiedet und Fabian Sulzer als neuer Chorleiter eingeführt. Eine Wochenendfreizeit in Wiehl stärkt den Zusammenhalt und die Gemeinschaft innerhalb des Chores wesentlich.  
 
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2014
Der Chor umfasst 42 Mitglieder, davon 6 Anfänger. Seit dem Sommer hat auch eine Querflöte bei uns ihre musikalische Heimat gefunden. Besonderer Höhepunkt war der Stadtkirchentag und ein erster Besuch beim Posaunenchor Neuhäusel im Westerwald.